25 Jul 2026
Schwarzmarktanteil im deutschen Online-Glücksspiel: GGL-Schätzung und abweichende Analysen

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legte ihren Tätigkeitsbericht für 2024 vor und beziffert den Anteil des Online-Schwarzmarkts auf etwa 25 Prozent des gesamten Aktivitätsvolumens, während unabhängige Untersuchungen diesen Wert auf mehr als 50 Prozent ansetzen und insbesondere hochintensive sowie hochstarke Spieler überdurchschnittlich häufig auf nicht regulierte Plattformen ausweichen.
Die offizielle Einschätzung der GGL im Jahr 2024
Der Bericht stützt sich auf Lizenzdaten, Zahlungsströme und gemeldete Spielaktivitäten innerhalb des regulierten Marktes, doch die Behörde selbst weist darauf hin, dass verborgene Transaktionen nur teilweise erfasst werden können; Experten der GGL kombinieren daher Schätzmodelle mit Marktdaten und kommen zu der genannten 25-Prozent-Marke, die als Grundlage für weitere Regulierungsentscheidungen dient.
Unabhängige Analysen und abweichende Zahlen
Mehrere externe Studien, die Zahlungsverkehrsdaten, Server-Logs und Nutzerbefragungen auswerten, gelangen zu deutlich höheren Anteilen; sie zeigen, dass der Schwarzmarktanteil über 50 Prozent liegen könnte, wobei der Unterschied vor allem auf Spieler mit hohen Einsätzen und intensiven Spielgewohnheiten zurückzuführen ist, die strenge Limitierungen umgehen.
Auswirkungen strenger Spielerschutzregeln
Regelungen wie das Ein-Euro-Einsatzlimit bei Automatenspielen, Beschränkungen bei Werbemaßnahmen sowie das OASIS-Sperrsystem werden von Analysten als mögliche Treiber für eine Abwanderung in den unregulierten Bereich identifiziert; Daten deuten darauf hin, dass insbesondere Nutzer, die zuvor hohe Beträge gesetzt haben, nach Einführung dieser Maßnahmen vermehrt auf Offshore-Angebote zurückgreifen, um Einsatzhöhen und Bonusoptionen beizubehalten.

Channelization als Ziel der aktuellen Überprüfung
Angesichts dieser Entwicklungen hat die GGL angekündigt, ihr Regulierungsrahmenwerk zu überprüfen, um eine bessere Kanalisierung in den legalen Markt zu erreichen; dabei stehen Anpassungen bei Einsatzgrenzen, Werbebestimmungen und technischen Sperrmechanismen auf dem Prüfstand, während gleichzeitig die Überwachung illegaler Angebote verstärkt werden soll.
Entwicklungen bis Juli 2026
Im Juli 2026 setzt die GGL ihre laufende Evaluierung fort und konsultiert dabei sowohl Lizenznehmer als auch externe Marktforscher, um aktuelle Daten zu Spielerbewegungen und Marktanteilen zu aktualisieren; erste Zwischenergebnisse deuten darauf hin, dass Anpassungen bei den Schutzmechanismen geprüft werden, ohne die Kernziele des Spielerschutzes aufzugeben.
Fazit
Die Diskrepanz zwischen der GGL-Schätzung von rund 25 Prozent und den unabhängigen Werten über 50 Prozent verdeutlicht die Herausforderungen bei der Erfassung des Online-Schwarzmarkts, während die strengen Schutzvorgaben gleichzeitig als möglicher Faktor für die beobachtete Abwanderung hochintensiver Spieler gelten und die Behörde daher ihre Strategie zur verbesserten Kanalisierung überprüft.